Auswertungen in Felix ohne IT-Abteilung: Datenextraktor, CSV-Exporte und die neue REST-Schnittstelle

Netzbetreiber sitzen auf wertvollen Projektdaten: Kalkulationen, Aufmaße, Baufortschritte, Rahmenverträge. Diese Daten für Auswertungen nutzbar zu machen, war lange ein Fall für die IT-Abteilung oder für direkte Abfragen auf der Datenbank. Beides ist aufwendig und im laufenden Betrieb heikel. Felix (CRP) bietet dafür mehrere Wege, die ohne Datenbankzugriff auskommen und die kaufmännische wie technische Auswertung in die Hände der Fachabteilung legen.

Warum direkte Datenbankabfragen problematisch sind

Eine sogenannte Native SQL-Abfrage, also der direkte Zugriff auf die Datenbank per Datenbanksprache, wirkt zunächst flexibel. Im laufenden Betrieb bringt sie jedoch Risiken. Solche Abfragen können die Systemleistung schwanken lassen und im ungünstigen Fall Daten verändern. Besonders im SaaS-Betrieb (Software as a Service, also der Betrieb von Felix als gehostete Anwendung) fällt dieser Zugriffsweg als Standardlösung aus. Genau hier setzt der Datenextraktor an.

Was ist der Datenextraktor in Felix?

Der Datenextraktor ist ein eigenständiges Werkzeug in Felix, erreichbar über die Bereiche Planung und Auswertung. Sein Zweck: Auswertungen erstellen, ohne die IT-Abteilung einzubinden und ohne direkten Datenbankzugriff.

<aside>


Screenshot 1: Übersicht / Menüaufruf

</aside>

Die Bedienung läuft über konfigurierbare Filter und Ausgaben:

  • ⚙️ Filter: Projektfilter, Firmenfilter, Kontierungsfilter und LV-Filter lassen sich einstellen, um die Datenbasis einzugrenzen.
  • 📄 Ausgabe: Spaltenauswahl und Aggregation sind frei konfigurierbar, die Ausgabe erfolgt als CSV-Datei und ist damit direkt in Excel lesbar.
  • 🔒 Abgrenzung: Jede Auswertung bezieht sich immer auf einen Buchungskreis, also eine abgegrenzte Verbuchungseinheit im Rechnungswesen.

<aside>

Screenshot 2: Filter- und Spaltenkonfiguration

</aside>

Zum Start liefert Felix vordefinierte Auswertungsvorlagen mit. Die Anpassung an die eigenen Anforderungen erfolgt beim Rollout über eine Testsession und eine Schulung. Entscheidend für belastbare Ergebnisse ist die Datenpflege: Ein Datumsfeld lässt sich nur auswerten, wenn es als Pflichtfeld geführt wird. Wo die Datenbasis lückenhaft ist, bleiben auch die Auswertungen lückenhaft.

<aside>

Screenshot 3: CSV-Beispielausgabe


</aside>

Wie der Datenextraktor in der Praxis genutzt wird

In den CRP Anwenderrunden berichten Netzbetreiber von konkreten Einsatzszenarien

  • Rahmenverträge kalkulieren: Für Jahresausschreibungen wird ermittelt, welche Leistungspositionen wie oft gezogen wurden. Daraus entsteht das Mengengerüst für neue Rahmenverträge.
  • Projektstand automatisiert melden: Monatliche Projektstandsauswertungen laufen per Mail, der Baufortschritt wird über Leistungspositionen abgebildet.
  • Kalkulation gegen Aufmaß prüfen: Über den sogenannten Kalauf-Vergleich (Kalkulation gegen Aufmaß) lassen sich Projekte gegenüberstellen, flexibler als über den Felix-internen Projektvergleich.
  • Zeitvertragsfirmen auswerten: Massenauswertungen über Zeitvertragsnehmer geben Überblick über Leistungen und Mengen.

Ein Grundsatz aus der Praxis gilt für jede Auswertung: Die Aussagekraft steht und fällt mit der Datenqualität und dem Wissen, wie ein Ergebnis zu interpretieren ist. Ein Werkzeug ersetzt kein Fachverständnis.

Standard-Exporte abseits des Datenextraktors

Neben dem Datenextraktor bietet Felix weitere Wege, Daten aus dem System zu holen:

  • Projektübersichten lassen sich als CSV exportieren. Persönlich definierte Filter können gespeichert und mit Kolleginnen und Kollegen geteilt werden.
  • Aus Teilmaßnahmen (den abgegrenzten Bauabschnitten eines Projekts) ist ein Massenexport nach Excel und Word möglich.
  • Bestehende Datenreports wie das bewertete Aufmaß können als CSV-Download statt als PDF ausgegeben werden.
  • Schnittstellenreports bedienen im Hintergrund externe Systeme, anstatt eine PDF-Datei zu erzeugen.

Die neue REST-Schnittstelle: Felix an Power BI und andere Tools anbinden

Neu hinzugekommen ist eine REST-Schnittstelle für externe Datenabfragen. REST steht für eine standardisierte Architektur, über die Systeme Daten austauschen. Über diese Schnittstelle kann Felix von externen Systemen abgefragt werden, das Ganze funktioniert nach dem Pull-Prinzip: Das externe System fordert die Daten aktiv an. Die Ausgabe erfolgt im JSON-Format, einem verbreiteten Datenformat für den Austausch zwischen Anwendungen.

Damit lassen sich Business-Intelligence-Tools wie Microsoft Power BI direkt anbinden und Felix-Daten in eigenen Dashboards weiterverarbeiten. Die Schnittstelle ist bereits bei ersten Netzbetreibern im Einsatz, der allgemeine Rollout ist noch in diesem Jahr geplant.

Fazit

Felix bietet für Auswertungen mehrere Wege: den Datenextraktor für konfigurierbare Auswertungen ohne IT, die Standard-Exporte für schnelle Ausleitungen und die neue REST-Schnittstelle für die Anbindung externer Analyse-Tools. Auswertungen, die bisher manuell auf der Datenbank liefen, lassen sich damit automatisieren. Welcher Weg der passende ist, hängt vom Anwendungsfall ab. Eine individuelle Beratung hilft, das richtige Mittel zu wählen.

Hier finden Sie die Präsentation zur Anwenderrunde

CRP Anwenderrunden, Newsletter und LinkedIn

Die CRP Anwenderrunden bieten regelmäßig Raum für Praxisbeispiele und Austausch zu Themen wie Datenauswertung und Schnittstellen in EVUs und Stadtwerken.

Vielen Dank an alle Teilnehmer:innen.

Wer künftig keine Termine und Inhalte verpassen möchte, kann sich zum CRP Newsletter anmelden.

CRP ist außerdem auf LinkedIn aktiv. Bitte folgt CRP dort, um

  • Hinweise auf kommende Termine und Events zu erhalten
  • Einblicke in Anwendungsfälle aus EVUs und Stadtwerken zu bekommen
  • Produkt-Updates rund um Felix und Best Practices aus Projekten nicht zu verpassen