Bestellwesen in Felix: Wie Leitungspartner Düren Fehlerquellen im Prozess reduziert

In der CRP Anwenderrunde am 16. Oktober 2026 hat Astrid Schmitz von Leitungspartner Düren gezeigt, wie das Bestellwesen zwischen SAP und Felix in der Praxis aufgebaut ist. Im Mittelpunkt standen drei Fragen: Wie werden Bestelllimits überwacht? Wie gelangen Bestellungen ohne manuelle Zwischenschritte in Felix? Und wie lassen sich mehrere Aufträge in einem Projekt sauber abrechnen?

Das Ergebnis der Automatisierung der letzten drei Jahre ist messbar: Im laufenden Jahr musste bei Leitungspartner Düren bislang keine einzige Korrekturrechnung geschrieben werden.

Wie funktioniert die Überwachung von Bestelllimits in Felix?

Jede Bestellung aus SAP bringt ein Bestelllimit mit. Felix gleicht die erfassten Leistungen laufend mit diesem Limit ab. Wird es überschritten, markiert Felix die Bestellung rot, und keine weitere Gutschriftsbuchung ist mehr möglich.

Die Bereinigung erfolgt in SAP, basierend auf einer in Felix gestarteten Anfrage: Das Limit wird dort angehoben, die Schnittstelle überträgt den neuen Wert automatisch nach Felix. Liegt keine Überschreitung mehr vor, verschwindet die Markierung, und die Buchung kann erfolgen. Eine Bestellung lässt sich auf diesem Weg beliebig oft anpassen.

Dabei legt Leitungspartner Düren keine neue Bestellposition an. Erhöht wird der Positionswert der bestehenden Position. In der Diskussion zeigte sich, dass andere Netzbetreiber mit zusätzlichen Bestellpositionen arbeiten.

Wie werden Zuschläge auf Bestellungen gesteuert?

Zu- und Abschläge vergibt Leitungspartner Düren pro Bestellung. Das gesamte Leistungsverzeichnis (LV, die strukturierte Aufstellung aller beauftragten Leistungspositionen) erhält keinen pauschalen Zuschlag. Bestimmte Positionen werden grundsätzlich nicht bezuschlagt; diese Entscheidung fällt in Felix.

Unterschiedliche Zuschlagssätze innerhalb eines Projekts, etwa für Tiefbau und Rohrleitungsbau, sieht der Prozess nicht vor. Wäre das erforderlich, würden zwei getrennte Bestellungen mit jeweils eigenem Zuschlag angelegt.

Wie gelangen Bestellungen automatisch aus SAP in Felix?

Den größten Effekt hatte die schrittweise Automatisierung der Schnittstelle.

Kleinbaustellen: Der Großteil der Baustellen im laufenden Betrieb wird aus SAP heraus gebanft (Banf: Bestellanforderung). Früher erhielt der Baumeister keine Information, sobald der Einkauf die Bestellung angelegt hatte. Er musste selbst beobachten und das Projekt manuell nach Felix überführen. Dadurch fehlten immer wieder Projekte. Heute legt die Schnittstelle das Projekt direkt in Felix an und setzt auch den richtigen Status..

Großbaustellen: Hier musste der Bauplaner das Projekt anfangs selbst in den Aufmaßstatus setzen und die Preise eigenständig pflegen. Das führte zu Fehlern bei den Preisen. Inzwischen wird die Kalkulation automatisch ins Aufmaß übernommen, und die Preise stammen immer aus der SAP-Bestellung.

Wie lassen sich mehrere Aufträge in einem Felix-Projekt abrechnen?

Typisches Praxisbeispiel: Beim Bau eines Stromhausanschlusses zeigt sich, dass auch der Wasserhausanschluss erneuert werden muss. Beide Aufträge sollen gemeinsam aufgemessen und abgerechnet werden.

Die Lösung der Stadtwerke Düren dafür ist eine Ober-/Unterauftragsstruktur in SAP. Bei Leitungspartner Düren gibt es beim Hausanschluss-Neubau stets einen Oberauftrag mit je einem Unterauftrag pro Gewerk. Kommt eine weitere Bestellung zu einem Unterauftrag hinzu, legt die Schnittstelle automatisch eine neue Teilmaßnahme (ein abrechenbarer Teilbereich innerhalb eines Felix-Projekts) im bestehenden Projekt an.

Abgerechnet wird in Felix über Bestellnummern. Eine Teilmaßnahme rechnet genau eine Bestellung ab, die Kosten lassen sich jedoch auf mehrere Aufträge verteilen. Aufmaße sind bei Leitungspartner Düren nicht zwingend an Auftragsnummern gebunden; die kostenseitige Verteilung übernimmt der Bauabrechner bei der Rechnungserstellung.

Werden Aufträge ohne Verknüpfung in SAP parallel angelegt, entstehen in Felix zwei getrennte Projekte. Eine Zusammenführung ist möglich, indem die zweite Bestellung gelöscht und die erste erweitert wird. Das ist allerdings mit Aufwand verbunden.

Warum Auswahllisten die Datenqualität sichern

Die Felder für Bestell- und Auftragsnummern in der Teilmaßnahme sind bei Leitungspartner Düren gegen freie Eingabe gesperrt. Befüllt werden sie ausschließlich über eine Auswahllisten. So gelangen keine Platzhalterwerte ins System, die eine Abrechnung später blockieren. Sonderfälle werden dadurch aufwendiger, betreffen nach Einschätzung aus der Runde aber nur einen kleinen Teil der Vorgänge.

Fazit: Automatisierung zahlt sich in der Abrechnung aus

Die Vorstellung zeigt, wie konsequent abgestimmte Prozesse zwischen SAP und Felix manuelle Eingriffe reduzieren. Bestellungen kommen automatisch an, Preise stammen aus einer einzigen Quelle, und Limits werden sichtbar überwacht. Die Folge sind stabile Abläufe.

CRP Anwenderrunden, Newsletter und LinkedIn

Die CRP Anwenderrunden bieten regelmäßig Raum für Praxisbeispiele und Austausch zu Themen wie Bestellwesen und SAP-Integration in EVUs und Stadtwerken.

Vielen Dank an alle Teilnehmer:innen, insbesondere an Astrid von Leitungspartner Düren für die detaillierten Einblicke in den Bestellprozess.

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