In Netzbauprojekten arbeiten viele Beteiligte an denselben Daten: interne Bauleitung, kaufmännische Abteilungen, Dokumentationsverantwortliche und externe Dienstleister. Jede Rolle braucht genau die Zugriffe, die zur Aufgabe passen, und keine darüber hinaus. Ein durchdachtes Rechtekonzept sorgt dafür, dass jeder das bearbeiten kann, was er bearbeiten soll, und dass sensible Vorgänge geschützt bleiben.
In einer CRP Anwenderrunde am 26. Juni 2026 stand genau dieses Thema im Mittelpunkt. Anhand des aktuellen Betriebshandbuchs wurde gezeigt, wie sich Rollen und Rechte in Felix strukturieren lassen und welche Prinzipien dabei greifen.
Rechte in Felix folgen der hierarchischen Struktur der Projektelemente. Die Ebenen reichen von den Mandanten über die Buchungskreise, die Projekte, die Projektphasenkalkulation, die Teilmaßnahme und die Erfassungsgruppe bis zur Leistungserfassung. Eine Teilmaßnahme bezeichnet dabei einen abgegrenzten Leistungsabschnitt innerhalb eines Projekts, die Erfassungsgruppe bündelt zusammengehörige Leistungspositionen für die Erfassung.
Über den Mandanten lassen sich Bereiche grundlegend voneinander trennen. Auf jeder darunterliegenden Ebene können Zugriffe weiter präzisiert werden. Ein Benutzer mit Vollzugriff kann auf die Dokumentenverwaltung eines Projekts trotzdem nur lesend zugreifen, wenn seine Rechte für dieses Projekt beschränkt sind.
Zentral für das Verständnis ist eine Regel: Die stärkere Einschränkung setzt sich immer durch. Übergeordnete Rechte werden vor den individuellen Rechten ausgewertet. Wer auf einer höheren Ebene beschränkt ist, bleibt es auch dann, wenn eine tiefere Ebene mehr erlauben würde.
Rollen lassen sich kombinieren. Aus der Kombination mehrerer Rollen ergibt sich, was tatsächlich möglich ist. Dabei gilt: Ist eine Berechtigung in einer der zugewiesenen Rollen nicht gesetzt, wirkt sie als Einschränkung. Auch eine schlicht nicht angehakte Option zählt als Beschränkung. Das Ergebnis ist ein sehr sicheres System.
Ein Punkt sorgt in der Praxis regelmäßig für Rückfragen: das Customizing hat Vorrang. Auch wenn ein Benutzer über die passenden Rechte verfügt, kann das Customizing den Zugriff zusätzlich einschränken. In der Anwenderrunde wurde ein Fall geschildert, in dem bestimmte Inhalte trotz vorhandener Rechte nicht sichtbar waren. Die Ursache lag im Customizing, nicht in den Rollen. Wer ein Rechteproblem analysiert, prüft daher beide Ebenen.
Die übergeordneten und individuellen Felix-Rechte lassen sich auch auf Workform und Workfolder anwenden. Damit steuern Administratoren sehr genau, wer welche Dokumentation und welche Formulare sehen und bearbeiten darf. Für Organisationen mit strengen Anforderungen an die Nachvollziehbarkeit ist das ein wichtiger Hebel.
Besonders relevant wird die Rechtesteuerung beim Fremdaufmaß, also bei Aufmaßen, die externe Firmen erfassen. Über die Firmenzugehörigkeit lässt sich der Zugriff so abgrenzen, dass eine Fremdfirma ausschließlich die eigenen Aufmaße sehen kann. Fremde Vorgänge sind für sie nicht sichtbar. Sowohl Diskussionen über Preise, als auch über die Zuordnung einzelner Projekte zu den Dienstleistern werden damit vermieden.
Das Betriebshandbuch führt dazu mehrere praxisnahe Beispiele auf:
Die vollständige Darstellung mit Screenshots findet sich im aktuellen Betriebshandbuch. Der Abschnitt zu Rechten und Rollen beginnt dort ab Seite 28. Eine aktualisierte Fassung wird den Anwendern zur Verfügung gestellt, sodass die Konfiguration Schritt für Schritt nachvollzogen werden kann.
Das Rechtesystem in Felix ist bewusst restriktiv aufgebaut. Wer die drei Leitprinzipien kennt, hat die Steuerung im Griff: Die stärkere Einschränkung gewinnt, übergeordnete Rechte werden zuerst ausgewertet, und das Customizing kann Zugriffe zusätzlich begrenzen. In Kombination mit der Firmenzugehörigkeit entsteht ein Modell, das internen wie externen Beteiligten genau den Spielraum gibt, den ihre Aufgabe erfordert.
Die CRP Anwenderrunden bieten regelmäßig Raum für Praxisbeispiele und Austausch zu Themen wie Rechtekonzepten und Fremdaufmaß in EVUs und Stadtwerken.
Vielen Dank an alle Teilnehmer:innen.
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