Was ist Stationierung im Tiefbau?

Bei längeren Leitungsverlegungen müssen Baumaßnahmen in übersichtliche Einheiten gegliedert werden um die Baukosten nachvollziehen zu könen - besonders wenn sich Kostenträger, Oberflächen oder Medien entlang der Trasse ändern. Die Felix-Software bietet dafür drei Hierarchieebenen:

  • Teilmaßnahmen: Oberste Gliederungsebene
  • Erfassungsgruppen: Mittlere Differenzierungsebene
  • Leistungserfassungen: Detaillierteste Ebene

Welche Ebene genutzt wird, hängt vom verwendeten Report und den Anforderungen ab.

Vier Lösungsansätze für Stationierung in Felix

1. Stationsmodell

Modell mit mehreren Stationen für verschiedene Oberflächen (Gehweg, Fahrbahn, Rinnen). Passende Messdatenliste verfügbar – diese war vielen Teilnehmenden noch nicht bekannt und wird in einer kommenden Anwenderrunde vorgestellt.

2. Tabellenmodell

Jede Spalte beschreibt eine Station, Hierarchie-Gliederung wird in der Leistungserfassung sichtbar.

3. Personalisierte Listen

Vorbereitete Positionslisten für typische Stationen (z.B. Gehweg, Fahrbahn) – elegante Lösung für konfigurierbare Stücklisten.

4. Standard-Vorgehen mit Teilmaßnahmen

Gliederung nach Teilmaßnahmen für verschiedene Stationen, funktioniert mit Standard-Reports.

Praxis: Zwei Ansätze dominieren

Ansatz 1: Strukturierung über Teilmaßnahmen

Bei Standard-Reports sinnvoll, die auf Teilmaßnahmenebene aggregieren. Im vorgestellten Beispiel: 7 Teilmaßnahmen für Tiefbau (unterschiedliche Oberflächen/Kostenträger), 3 für Montage.

Ansatz 2: Strukturierung über Erfassungsgruppen (häufiger genutzt)

Stadtwerke Bielefeld, N-ERGIE Nürnberg und weitere arbeiten mit einer Teilmaßnahme und gliedern über Erfassungsgruppen. Die Stationierung wird in die Erfassungsgruppen "verschoben", die prozentuale Kostenträgeraufteilung erfolgt dort. Vorteil: Übersichtlichere Projektstruktur.

Spezialfall Wiener Netze: Bei großen Fernwärmebaustellen Teilmaßnahmenbereiche (1-100 primäre Leitungen, 101-200 sekundäre Leitungen usw.).

Medienabhängigkeit: Wo Stationierung wichtig ist

Hoher Bedarf: Gas, Wasser, Fernwärme

Geringer Bedarf: Strom, Kabel

Die Verlegeweise bestimmt den Detaillierungsgrad der Stationierung.

Kennzeichnung von Stationen

Netzbetreiber nutzen: Meterangaben, alphabetische Bezeichnungen (A, B, C), Straßennamen oder Kombinationen aus Kostenträger und Station.

Produktentwicklung: CRP prüft die Implementierung separater Datenfelder für Stationslängen, um die Übersichtlichkeit in der Navigationsspalte zu verbessern. Ein wertvolles Feedback, das die Bedienbarkeit bei langen Stationierungsangaben optimieren würde.

Kostenträgerverteilung: Von "dickem Daumen" bis exakt

Die Genauigkeit bei der Kostenverteilung variiert stark:

ÜZ Mainfranken: Für jedes Kabel ein eigener Auftrag mit exakter Kostenbelastung. Neuer Kostenträger = neue Teilmaßnahme.

Andere Netzbetreiber: Eine Teilmaßnahme mit prozentualer Verteilung über Erfassungsgruppen auf verschiedene Gewerke (Strom, Gas, Wasser, LWL, 10-kV-Stationen).

Fazit: Keine Einheitslösung – Felix bietet Flexibilität

Die Anwenderrunde zeigte: Stationierung wird je nach Medium, Reportformat und internen Prozessen unterschiedlich umgesetzt. Felix ermöglicht individuelle Lösungen – vom detaillierten Stationsmodell bis zur schlanken Erfassungsgruppen-Struktur.


Felix Anwenderrunden: Jeden Freitag Praxiswissen austauschen

Jeden Freitag um 11:30 Uhr via Microsoft Teams: 30 Minuten direkter Austausch mit anderen Energieversorgern und Stadtwerken.

Nächste Anwenderrunde am 16. Januar 2026:

  • Personalisierung in Felix (Dieter Knußmann)
  • Netzsicherheit mit lokaler KI und Datenverschlüsselung (Dr. de Jonge)

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