Tiefbauleistungen sind im Netzbau einer der größten Kostentreiber. Gleichzeitig ist Tiefbau selten „Standard“: Oberflächen, Bodenklassen, Wiederherstellung, Nebenarbeiten und regionale Vorgaben führen schnell zu Varianten, die in der Kalkulation und Abrechnung sauber abgebildet werden müssen.
In der CRP Anwenderrunde „Tiefbau-Modelle“ am 13.02.2026 wurden vier unterschiedliche, praxiserprobte Modelle vorgestellt. Sie zeigen, wie Stadtwerke und Energieversorgungsunternehmen (EVUs) mit eigenem Netz die Erfassung so gestalten, dass Ergebnisse belastbar, nachvollziehbar und im Alltag handhabbar bleiben.
Danke an die Referenten: Herr Spiekermann (Stadtwerke Witten), Jürgen Fuchs (Würzburg), Marc Rechthaler (Nürnberg) und Swen Fischer (WEMAG Schwerin).
Fazit:
Ein „gutes“ Tiefbau-Modell hilft nicht nur bei der technischen Erfassung. Es schafft Struktur für die gesamte Leistungskette:
In der Runde wurde außerdem deutlich: Viele arbeiten mit ähnlichen Herausforderungen, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Die Unterschiede ergeben sich häufig aus Geografie (Stadt vs. Land), Sparten und regionalen Vorgaben.
Das Modell der Stadtwerke Witten ist bewusst einfach gehalten und seit vielen Jahren im Einsatz. Ziel ist eine Erfassung, die schnell funktioniert und trotzdem die wesentlichen Faktoren abdeckt:
Ein wichtiger Gedanke aus Witten: Bedienbarkeit ist entscheidend, auch für Personen ohne tiefes LV-Know-how.
Der Ansatz der Stadtwerke Würzburg (WVV) ist deutlich variantenreicher und bildet viele Situationen granular ab. Erfasst werden unter anderem:
Aus der Diskussion heraus: Handschachtung ist in Würzburg nicht mehr Teil des Modells und wird nicht separat vergütet, sondern pauschal mit abgebildet.
Das Nürnberger Modell (u. a. aus dem Umfeld der N-ERGIE) ist primär für Kalkulationen gedacht und bewusst simpel gehalten. Gleichzeitig bringt es zwei starke Praxisaspekte zusammen:
Für schnelle Kundenangebote wurde ein Modell der WEMAG Schwerin vorgestellt, das mit wenigen Eingaben eine Schnellkalkulation ermöglicht. Es beinhaltet nicht nur Tiefbau, sondern auch Kabellegung und Montage.
Typische Eingaben sind:
Dazu kommen feste Werte, automatische Berechnung, wahlweise Pauschalplanung oder detaillierte Eingaben und integrierte Materialpreise.
Der Ansatz wird bei WEMAG erfolgreich für den Großteil der Breitbandverkabelung genutzt.
Die Runde hat eine hilfreiche Perspektive geliefert: Auch wenn die Modelle unterschiedlich sind, drehen sie sich um ähnliche Kernthemen. Unterschiede entstehen vor allem durch regionale Vorgaben und LV-Strukturen.
Drei pragmatische Leitfragen für EVUs und Stadtwerke, die ihr Modell weiterentwickeln wollen:
Der CRP-Anwendertag 2026 findet am 18.–19.03.2026 in Bodenheim bei Mainz statt.
Weitere Informationen: https://crp.de/aktuelles/einladung-zum-crp-anwendertag-2026-das-event-fuer-innovative-energieversorgungsunternehmen
Anmeldung: per E-Mail an info@crp.de
Wenn das Tiefbau‑Modell gerade neu aufsetzt oder weiterentwickelt, lohnt sich der Austausch: In den CRP‑Formaten gibt es regelmäßig Praxisbeispiele und konkrete Erfahrungswerte aus Stadtwerken und EVUs.
Regelmäßiger Praxis-Austausch zu Felix / Workform und Netzbauprozessen:
https://crp.de/aktuelles/jeden-freitag-anwenderrunde-zu-felix-online-30-minuten
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