Zuschläge und Rabatte gehören zum Abrechnungsalltag in Energieversorgungsunternehmen und bei deren Leistungspartnern. Ob ein prozentualer Aufschlag für eine Fremdfirma, regionale Preisunterschiede oder saisonale Anpassungen: Felix bildet diese Modelle über verschiedene Mechanismen ab. Beim jüngsten Felix-Anwendertreffen standen sie im Mittelpunkt.
Anhand eines Testprojekts wurde gezeigt, wie sich Zuschläge und Rabatte in Felix konfigurieren lassen und worauf bei der kumulierten Abrechnung über mehrere Aufmaße zu achten ist. Vorab eine kurze Begriffsklärung: Ein Leistungsverzeichnis (LV) ist die strukturierte Liste aller abzurechnenden Positionen mit ihren Preisen, ein Aufmaß ist die Mengenerfassung der tatsächlich erbrachten Leistung.
Beim projektbezogenen Zuschlag erhält eine Fremdfirma die LV-Preise zuzüglich eines prozentualen Aufschlags, beispielsweise 30 Prozent. Dieser Aufschlag wird über den SAP-Kontrakt automatisiert an Felix übergeben, sodass keine manuelle Nachbearbeitung nötig ist.
Der Kleinbaustellenzuschlag, ein Aufschlag bei Unterschreiten einer Mindestsumme, wurde früher genutzt, kommt heute aber nicht mehr zum Einsatz.
Flexibler sind die LV-Gruppenabschläge. Sie ermöglichen Zuschläge oder Abschläge, die sich gezielt auf einzelne Positionsgruppen beziehen. Gruppen, die keinen Zuschlag erhalten sollen, werden einfach nicht eingetragen. Ergänzend lassen sich über Positionsausnahmen einzelne Posten gezielt aus einem Zuschlag oder Rabatt herausnehmen. Wie die Zuschläge dargestellt werden, hängt von der Organisation ab, etwa ob die Ansicht für ein Energieunternehmen oder einen Leistungspartner konfiguriert ist.
Teil der LV-Gruppenabschläge sind die Bezirkszuschläge, abgebildet über vier Spalten (BZ1 bis BZ4). Sie lassen sich bequem per Dropdown in der Projektkarte steuern.
Ursprünglich wurden die vier Bezirke als geografische Ringe verwendet, etwa zur Unterscheidung zwischen Innenstadt und Umland. Bei RegioNetz (FREIGABE ERFOLGT?) dienen sie dagegen der zeitlichen Abgrenzung, also der Unterscheidung von Vorgängen vor und nach einer Preisanpassung. Im Anwendertreffen wurde zudem diskutiert, die vier Spalten für saisonale Zuschläge zu nutzen, beispielsweise zur Unterscheidung von Sommer- und Winterpreisen. Das zeigt, wie vielseitig sich dasselbe Werkzeug je nach Anforderung einsetzen lässt.
Eine praxisnahe Frage kam aus dem Kreis der Anwender: Bei einer zeitvertragsbasierten Abrechnung mit mehreren Aufmaßen verändern sich die Rabattstufen kumuliert, also über alle Aufmaße hinweg betrachtet. Wie lässt sich das korrekt abrechnen?
Der vorgestellte Lösungsansatz: Der Zuschlag wird erst bei der Schlussrechnung angezogen. Felix betrachtet das Aufmaß immer kumuliert, sodass sich entstehende Differenzbeträge auf dem letzten Beleg ausgleichen lassen. Voraussetzung dafür ist eine entsprechende Vereinbarung mit den beteiligten Dienstleistern über die Abrechnung per kumuliertem Aufmaß und Teilrechnungen. Als Ziel wurde außerdem eine bessere Darstellbarkeit im Report für Tiefbaufirmen genannt.
Neben den Zuschlägen wurden weitere Themen angerissen, die in kommenden Terminen vertieft werden sollen. Dazu zählt die Frage, wie sich die Passwortabfrage bei Freigaben, etwa bei Aufmaßsperren, trotz zentraler Anmeldung über LDAP komfortabler lösen lässt. LDAP ist ein Verzeichnisdienst zur zentralen Benutzerauthentifizierung. Ebenfalls offen ist der Themenkomplex Materialverkauf an Tiefbaufirmen, der für eine spätere Runde aufbereitet wird.
Das Anwendertreffen zeigte, wie differenziert sich Zuschläge und Rabatte in Felix abbilden lassen, von einfachen Projektaufschlägen über positionsgenaue Gruppenabschläge bis zu flexibel nutzbaren Bezirksspalten. Entscheidend für eine korrekte Abrechnung über mehrere Aufmaße ist die kumulierte Betrachtung in Verbindung mit klaren Vereinbarungen mit den Dienstleistern.