Wie gelangt eine Baumaßnahme aus der Netzplanung ohne Doppelerfassung in die Kalkulation und Abrechnung? Diese Frage stand im Mittelpunkt der CRP Anwenderrunde am 9. Oktober 2026. Die Stadtwerke Iserlohn stellten ihre Schnittstelle zwischen Lovion, dem System für Baumaßnahmenplanung und Felix vor. Netzbetreiber aus Deutschland und Österreich nutzten die Runde für einen intensiven Erfahrungsaustausch.
Grundlagen zur Schnittstelle sind bereits im Beitrag Schnittstelle zwischen Lovion und Felix beschrieben. Die Anwenderrunde lieferte zusätzliche Einblicke in Funktionsweise, Grenzen und Kalkulationspraxis.
Die Schnittstelle ist in Iserlohn seit rund zweieinhalb Jahren im Einsatz und wurde direkt mit der Einführung von Felix umgesetzt. Die Stadtwerke haben sich bewusst für eine unidirektionale Verbindung entschieden: Daten fließen von Lovion nach Felix, nicht umgekehrt. Dieser pragmatische erste Schritt ermöglichte einen schnellen Start mit überschaubarem Abstimmungsaufwand.
Der Planungsprozess beginnt in Iserlohn immer in Lovion Project. Von dort wird die Baumaßnahme in Felix angelegt. Im Einsatz ist derzeit Lovion in Version 6.6.5, das Upgrade auf Lovion 7 ist in Arbeit.
Auf der obersten Projektebene in Lovion genügt ein Klick auf „Felix Projekt erstellen“. Felix übernimmt dabei automatisch:
Die Kontierungselemente werden bewusst direkt mitgegeben. Damit ist von Beginn an die Grundlage für das Gutschriftverfahren gelegt. Im Gutschriftverfahren erstellt der Auftraggeber auf Basis des Aufmaßes den Abrechnungsbeleg für den Dienstleister, statt auf dessen Rechnung zu warten. Eine saubere Kontierung ist dafür Voraussetzung.
Ergänzt werden als spartenübergreifende Teilmaßnahmen Tiefbau am Anfang und Vermessung am Projektschluss
Kommen im Projektverlauf neue Teilbaumaßnahmen hinzu, werden sie in Lovion ergänzt und die Schnittstelle wird erneut angestoßen. Felix übernimmt die neuen Einträge in die bestehende Projektstruktur.
Eine Grenze der unidirektionalen Lösung zeigt sich beim Löschen: Wird eine Sparte oder Teilmaßnahme in Lovion entfernt, bleibt sie in Felix bestehen. Die Schnittstelle gibt kein Löschsignal weiter. Solche Fälle werden in Felix manuell bereinigt.
Die Diskussion zeigte, wie unterschiedlich die Rollen von Felix und SAP in der Praxis verteilt sein können. In Iserlohn gilt:
Die Projektgeometrien sind in Lovion Project in einer Übersichtskarte sichtbar. Im Lovion VIEW kann der Layer „Baumaßnahmen“ über das Administrator-Menü eingeblendet werden.
Besonders interessant für die Kalkulation: Über das Lovion-Modul Costing lassen sich Längen und Attribute aus Zeichnungen als Kalkulationspositionen ableiten. Diese Mengen werden heute noch nicht an Felix übertragen. Technisch wäre das machbar und würde die Kalkulation weiter beschleunigen.
Kurzfristig sollen Dokumente aus Lovion mit an Felix übergeben werden. Langfristiges Ziel ist eine bidirektionale Schnittstelle, sodass beispielsweise Abrechnungsdaten aus Felix auch in Lovion sichtbar werden. Für Netzbetreiber, die Lovion Project gerade erst einführen, bietet sich eine individuelle Beratung an, sobald die Einführung abgeschlossen ist.
Die CRP Anwenderrunden bieten regelmäßig Raum für Praxisbeispiele und Austausch zu Themen wie Schnittstellen und Netzplanung in EVUs und Stadtwerken.
Vielen Dank an alle Teilnehmer:innen, insbesondere an Herrn Becker von den Stadtwerken Iserlohn für die Vorstellung der Lovion-Schnittstelle. [FREIGABE ERFOLGT?]
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